Geschichte des Glockenturm

Der Glockenturm von Morlautern und das Geläut unserer Kirchen

Zwei Türme (Wasserturm und Kirchentürme nicht eingerechnet) gibt es in Morlautern und auch zwei Straßen, die das Wort „Turm“ in ihrem Namen führen: Die „Turmstraße“ führt zum Schlachtenturm. Die Straße „Am Glockenturm“ liegt im Ortskern von Morlautern, hier steht der 1857 von der Ortsgemeinde erbaute Glockenturm. Beide Türme zählen zu den Kulturdenkmälern in Morlautern.

Glockenturm

Beim Glockenturm handelt es sich um einen schlichten Sandsteinquader-Bau mit Zeltdach.

Da es in Morlautern bis ins 20. Jahrhundert keine Kirche gab und somit auch keine Kirchtürme und Glocken, erbaute die Ortsgemeinde 1857 den Glockenturm, der zwei Glocken beherbergte:
– Eine Bronze-Glocke mit tiefem Ton läutete für die protestantische Gemeinde.
– Eine Bronze-Glocke mit hellerem Ton erklang für die katholische Gemeinde.

Diese beiden Glocken wurden 1917 während des Ersten Weltkriegs eingeschmolzen. Als kümmerlicher Ersatz dafür wurde eine gemeinsame gusseiserne Glocke aufgehangen.

Im Jahr 1920 und 1926 wurden erneut zwei Bronzeglocken für den Glockenturm angeschafft und ersetzten die gusseiserne Glocke. Sie wurde von W. Simon für die Galappmühle gekauft und in einem kleinen Glockentürmchen aufgehängt, wo sie auch heute noch vorhanden ist. Bei besonderen Anlässen oder auf Wunsch kann die gusseiserne Glocke auf der Galappmühle geläutet werden.

Die beiden Glocken aus den 20er Jahren wurden bei dem Bau der katholischen und der protestantischen Kirchen in das jeweilige Geläut integriert:

Im Geläut der katholischen Kirche war die Glocke aus dem Glockenturm die kleinste Glocke, zu ihr kamen 1934 zwei neue Glocken hinzu. Als diese beiden Glocken 1943 eingeschmolzen wurden, blieb die kleinste Glocke übrig, sie überstand später den Bombenangriff vom 28. September 1944, wurde aber beim Kauf des neuen Geläutes 1953 eingetauscht.

Im Geläut der protestantischen Kirche kamen zur Glocke aus dem Glockenturm 1930 eine größere und eine kleinere Glocke hinzu. Die Glocke vom Glockenturm trug die Inschrift: „Gestiftet für die im Weltkrieg für‘s Vaterland im Jahr 1917 geopferte Glocke. Eigentum der protestantischen Kultusgemeinde Morlautern 1925“. In die kleine neue Glocke wurde eingraviert: „Maria-Magdalena-Glocke. Gestiftet von Herrn und Frau Oberregierungsrat Reiß. Eigentum der Protestantischen Gemeinde Morlautern – 1930“. 1943 wurden die große und die mittlere (Glockenturm-) Glocke eingeschmolzen, die kleine Maria-Magdalena-Glocke wurde 1953 Bestandteil des neuen Geläutes, zu ihr kamen zwei größere Glocken hinzu.

Der Glockenturm ist heute verwaist, in ihm läutet keine Glocke mehr. Auf dem benachbarten ehemaligen Schulhaus ertönt die Sirene bei Notfällen.

Quelle: Lorenz, Josef: Die Geschichte der Morlauterer Glocken. Skript. 2015.
Zusammenstellung Online-Artikel: Christiane Stephani.  – Vielen Dank!

 

erstellt am: 12.06.2020 | Kategorie(n): Allgemein, Geschichte(n), kath. Kirche, Ökumene